16. Internationales Kunstsymposium - Werkstattwoche in Lüben, Wittingen, 2023 - zum Thema: Würde

 

30. Juni bis 9. Juli 2023

 

 

Zehn Tage lang begegneten sich im Dorf Lüben Kunstschaffende aus sieben Nationen in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Installation und Performance. 

 

Während dieser Zeit konnten BesucherInnen uns KünstlerInnen über die Schulter schauen und mit uns ins Gespräch kommen, als wir an ungewöhnlichen Plätzen des Ortes wie Heuschobern, Traktorgaragen, Tanzsälen, der örtlichen Feuerwache, einem Museum oder in der atemberaubenden Landschaft arbeiteten.

 

Die abschließende Ausstellung verwandelte Lüben ein Wochenende lang in eine Kunstgalerie.

 

Weitere Programmpunkte dieser Zeit waren: Workshops für Kinder und Erwachsene, der Schülertag, an dem wir KünstlerInnen mit jeweils zwei SchülerInnen konzentriert zusammen malten/kreierten und ein Konzert am letzten Ausstellungstag.

 

Weitere Infos zur Werkstattwoche und zu allen beteiligten KünstlerInnen hier klicken: 

https://internationale-werkstattwoche.de/

 

Hier einige Impressionen dieser Zeit:

 

 

Fotos bei der Arbeit:

 

Hier mein Statement zu meiner Abschlusspräsentation vor Ort: 

 

Kleine Entstehungsgeschichte

 

Alle drei Objekte enthalten Fundstücke aus ein und derselben Lübener Scheune.

Dort auf dem Boden lagen u.a.:

 

  • Vogel-Federn, Mais- und Getreidekörner,
  • Reste eines Wespennestes und
  • eine eckige, rostige Metallplatte.

 

Alle schienen mir ihre Geschichte erzählen zu wollen - und so würdige ich diese unbeachteten Dinge in meiner Installation.

 

Objekt 1) „Geteert und gefedert“

Ich sah die Federn (vermutlich Taubenfedern), dachte an Friedenstauben, Krieg, Zerstörung, Tod.
Die Mais- und Getreidekörner weckten Assoziationen in mir wie Leben, Wachstum, Nahrung.

Leben und Sterben in Würde, der unvermeidliche Kreislauf des Lebens...

 

Objekt 2) „Würdiges Heim?“

Das 2. Fundstück identifizierte ich zunächst im Dämmerlicht als tote Taube, beim Näherkommen dachte ich an verkohltes Papier, ganz nah dran erkannte ich Strukturen wie Wellenlinien, mehrfach gefächerte Schichten: ein Teilstück eines alten Wespennestes.

Dieses war so fragil, dass es quasi in meinen Händen zerfiel, Vergänglichkeit pur. So schuf ich ein flexibles Nest für das Nest, gehäkelt aus Draht, um weitere Strukturen hinzuzufügen.

Ein gegenüberliegendes „Auge“ - aus einem Holzfundstück - ermöglicht den fokussierten Blick zum Nest.

 

Objekt 3) „Zufluchts-Ort in Sicht?“

Die Metallplatte drehte ich solange in meinen Händen, bis ich ein Haus darin sah:

Haben alle ein Heim? Eine menschenwürdige Unterkunft? Ein Dach über dem Kopf? Eine Baracke? Ein Gefängnis? Eine Höhle? Ein Nest?

 

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